Exklusives Interview mit Josefine Preuß zu ihrem neuen Film "Die Hebamme 2"

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Wir hatten die große Ehre, Josefine Preuß zu interviewen und vorab zu ihrem neuen Film: "Die Hebamme 2" zu befragen. Am 16. Februar um 20.15 Uhr wird dieser Film bei Sat1 ausgestrahlt.

 

 Foto aus: Die Hebamme 2; © SAT1/Lukas Zentel (www.lukaszentel.com); Foto urheberrechtlich geschützt.


Warum bist du Schauspielerin geworden?

Das war nicht wirklich mein Berufswunsch, ich wollte ganz früh schon Archäologin oder Gerichtsmedizinerin werden. Aber ich habe dann in der Schule in einer Theater-AG gespielt und dann kam auch schnell „Schloss Einstein“. Da habe ich das Ganze noch als Hobby neben der Schule gesehen, und war froh, mich austoben zu dürfen und Geschichten zu erfinden und auch zu spielen. Das hat mir aber so viel Spaß gemacht, dass ich mir irgendwann gar nicht mehr die Frage stellen musste, was ich später gerne mal machen möchte. Dazu hatte ich auch Glück, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

 

Was macht dir an deiner Schauspielkarriere am meisten Spaß/Freude?

Ich finde es ganz toll, Geschichten erzählen zu können und dabei mit vielen verschiedenen Menschen zusammen arbeiten zu können. Gerade auch jetzt bei der „Hebamme 2“ mit so großartigen Menschen spielen zu dürfen, macht wahnsinnig Spaß. Alles ist so historisch angehaucht, mit den Kostümen und der Ausstattung, da kann man sich immer in so eine kleine Welt entführen lassen, in der man selber gar nicht existiert hat. Und man kann sich verzaubern lassen und von der Welt in eine moderne Märchenwelt abtauchen. Das gefällt mir am meisten.

 

Kannst du dir auch Rollen selber aussuchen?

Das funktioniert eigentlich immer gleich. Man bekommt ein Drehbuch zugeschickt, liest es und entweder man hat sofort eine Verbindung zu der Rolle und der Geschichte und möchte diese Rolle spielen oder man sagt sich, dass das nichts für einen sei, da wäre eine andere Kollegin oder ein anderer Kollege besser. Das ist eher auch immer eine Entscheidung aus dem Bauch heraus.

 

 Foto aus: Die Hebamme 2; © SAT1/Lukas Zentel (www.lukaszentel.com); Foto urheberrechtlich geschützt.

 

Ist es schwer für dich, sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen?

Schwer nicht, ich liebe es. Je schwerer es ist, umso mehr will ich es auch machen. Ich spiele auch gerne Rollen, die weit, weit weg von der privaten Josefine sind. Jetzt gerade bei der „Hebamme 2“, da muss man sich aneignen, Leichen zusammen zu nähen und damit würde ich privat nie in Berührung kommen. Umso schöner ist es, dass ich das dann erlernen darf. Oder bei der „Pilgerin“ habe ich das Bogenschießen erlernen dürfen und solche Sachen. Das ist ganz toll sich so etwas aneignen zu dürfen.

 

Welche Rolle möchtest du bis her am meisten und welche am wenigsten?

Ich liebe alle meine Babys. Und ich würde auch immer jede meiner Rollen verteidigen, aber ein großer großer Schritt war wirklich „Adlon“. Das war eine sehr komplexe, schwierige und auch schöne Rolle, aber genauso natürlich auch „Lotta“, die im ZDF lief oder Lena von „Türkisch für Anfänger“. Das sind alles meine kleinen Babys.

 

Du hast ja gerade den Film „Die Hebamme 2“ gedreht. Dieser läuft am 16.02.2016 im Fernsehen. Was macht dir in dieser Rolle am meisten Spaß?

Ich find es eine ganz, ganz starke Frauenrolle für die Zeit. Gesa ist eine der ersten weiblichen Studentinnen und ich mag an Gesa, dass sie sehr ehrgeizig ist und eine Meinung hat, die sie laut vertritt. Gerade in einer Zeit, in der man von Männer dominiert wurde und in der Frauen eigentlich gar nichts zu sagen hatten. Ich mag einfach den Weg, denn auf Grund dieser starken Frauencharaktere, gibt es eine Bundeskanzlerin und eine Verteidigungsministerin.

 

 Foto aus: Die Hebamme 2; © SAT1/Lukas Zentel (www.lukaszentel.com); Foto urheberrechtlich geschützt.

 

Wie lange wurde insgesamt für diesen Film gedreht?

Wir haben insgesamt, glaube ich, 33 oder 34 Tage gedreht. Da wir auch Vorbereitungszeit hatten und nicht 7 Tage die Woche gedreht haben, waren wir ca. drei Monate mit den Dreharbeiten beschäftigt.

 

Ist der Film wirklich in Wien gedreht worden?

Nein, nicht in Wien, sondern in Prag. Wir hatten das große Glück, dass in Prag eine originale Abbildung des „Allgemeinen Krankenhauses Wien“ steht, welches leer steht  und wir durften da rein und es als Hauptmotiv verwenden. Das war unser großes Glück. Ein weiterer Grund war, dass es in Tschechien besonders alte Straßen gibt, die in Prag viel älter sind als in Wien. 

 

Was ist deine Lieblingsszene in dem Film?

Da gibt es ganz viele. Also die emotionalste ist die Geburt, als Lotte, die beste Freundin von Gesa, ihr Kind bekommt und es schief läuft. Schön sind aber auch die Szenen, wenn sie sich als einzige weibliche Studentin unter Studenten behaupten muss. Ich habe so mehrere Lieblingsszenen. Ich könnte jetzt keine spezielle heraus suchen.

 

Wie fühlt es sich an, Kleidung aus einem anderem Jahrhundert zu tragen?

Ganz toll. Wir hatte auch Glück, weil die Frauenkleidung in der Zeit relativ leicht war, es also leichte Stoffe waren und das Kleid bestand nur aus einem Teil. Ich kann mich noch an den ersten Drehtag erinnern: In Prag war es 40 Grad heiß. Die Männer mussten mit ihren dicken Hosen, Hemden, Westen, Jacken und einem Mantel darüber drehen.  Die haben geflucht und wir sind da mit unseren Kleidchen herumgehüpft. Das war eine Freude für die Mädchen.

 

 Foto aus: Die Hebamme 2; © SAT1/Lukas Zentel (www.lukaszentel.com); Foto urheberrechtlich geschützt.

 

Hast du, bevor die beiden Filme gedreht wurden, bei einer Hebamme praktiziert?

Praktiziert ist das falsche Wort, aber ich durfte bei einer Hebamme, gerade in der Vorbereitung für den ersten Teil, mitlaufen. Ich habe keine Geburt miterlebt oder dabei mitgeholfen, aber sie hat mir dann ein paar Schritte erklärt und bestimmte Handgriffe gezeigt, damit auch alles echt aussah, was ich in der Rolle zu machen hatte.

 

Wäre der Beruf Hebamme auch ein Beruf für dich?

Also wenn man so die Hebammen sieht und wenn sie über die Kinder sprechen, denen sie auf die Welt geholfen haben und diesen Glanz in den Augen sieht, dann ist das etwas ganz tolles, weil die Frauen ergreifen den Beruf, den sie auch wirklich machen möchten. Ich weiß nicht, ob ich das privat machen könnte, da ich so schlecht Blut sehen kann. Also wäre dann der Beruf wohl eher nichts für mich, aber es ist dann umso schöner, ihn einfach mal spielen zu können.

 

Ärgert es dich, dass Frauen früher vom Medizinstudium ausgeschlossen wurden?

Total! Natürlich ist es eine Frechheit, aber so war es damals. Das war die Zeit und es waren teilweise auch die Gesetze. Klar ärgert das einen, aber auf Grund dieser Frauen, die damals darum gekämpft haben, ist es zum Glück heute nicht mehr so.

 

 Foto aus: Die Hebamme 2; © SAT1/Lukas Zentel (www.lukaszentel.com); Foto urheberrechtlich geschützt.

 

Wie wurde die Operation an Rosa gedreht/durchgeführt?

Das war spannend. Da hatten wir am Set ganz tolle Spezial-Maskenbildner, die die ganzen Wunden und toten Körper und Leichen gebaut haben, was sehr echt aussah. Gerade bei der offenen Gebärmutter, in der Szene, als Gesa das erste Mal dem Professor Gottschalk assistieren darf. Das war ein ganz grausamer Drehtag eigentlich, aber auch toll, weil unter Rosa lag ein Blutschlauch und dann sickerte immer wieder Blut durch und wir mussten das immer wieder wegtupfen. Es hörte nicht auf und hinter uns sagte die medizinische Fachberatung am Set nur: „Mehr mehr, das ist zu wenig Blut!“ Da muss ich ehrlich sagen, da kam es mir fast schon hoch.

 

Muss man einen Schauspieler wirklich im Film küssen?

Ja, aber es gibt die Filmküsse. Also man küsst nicht so, wie man privat jemanden küsst, den man ganz doll lieb hat. Da gibt es ein paar Tricks. 

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