Interview mit Andreas Bourani

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Im Januar hatten wir das große Vergnügen und durften Andreas Bourani vor seinem Konzert in Bielefeld treffen und interviewen.

 

Wo und auf welche Schule sind Sie gegangen?

 

Ich war in Augsburg in der Schule, auf dem Gymnasium St. Stephan. Das hat einen musischen Zweig, das bedeutet, Musik ist ein Hauptfach und du kannst dir ein Musikinstrument aussuchen, das du spielen möchtest. Es gab zwei Zweige, den humanistischen und den musischen Zweig und ich hab den musischen gewählt, weil ich gern gesungen habe und ein Instrument lernen wollte.

 

 

Mochten Sie die Schule ?

 

Ja klar, am schönsten an der Schule ist, dass man dort seine Freunde trifft. Das fand ich immer am besten, wenn man da hinkommt und alle seine Liebsten sieht.

 

Was waren Ihre Lieblingsfächer?

 

Biologie war mein Lieblingsfach. Musik und Sport fand ich auch super. Und ich muss sagen, es hat mich etwas geärgert, dass Fächer so vom Lehrer abhängig waren und man manchmal wirklich Fächer hatte, die man ein Jahr vorher noch mochte, weil man einen tollen Lehrer hatte. Dann gab es einen Lehrerwechsel, dann war plötzlich ein strenger Lehrer. In Chemie ging es mir so, da hatte ich einen wirklich tollen Lehrer, und ich hab mich immer ein bisschen schwer getan, mir die ganzen Formeln zu merken, die ganzen Moleküle und so. Erst war das echt gut, und dann hatte ich einen anderen Lehrer und dann war das Fach für mich total gegessen. Das hat mich immer so ein bisschen geärgert. Ansonsten hatte ich immer Spaß in der Schule.

 

Wie waren Sie in der Schule?

 

Ja, so mittelmäßig, muss ich sagen. Nicht besonders gut. Also, am Anfang noch gut, gerade in der Grundschule. Aber dann, so ab der 8. Klasse – ihr seid ja auch in der 8. Klasse – da hatte ich immer so 3er-Noten und manchmal auch eine 4, wenn es dann schlecht lief. Aber wenn es gut lief eine 2, bei den 1er-Schülern war ich jetzt nicht dabei. Ich war also der Durchschnitt, die Noten waren immer ganz in Ordnung.

 

Jetzt haben wir noch ein paar Fragen zur Tour. Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?

 

Erstmal spiele ich diese Tour jetzt zu Ende. Das sind jetzt noch 23 Konzerte. Heute ist sozusagen das Erste von den letzten 23 Konzerten, hier in Bielefeld. Dann sind einige Konzerte im Sommer natürlich geplant. Die Tour geht bis Ende Februar. Und dann steht „Sing mein Song“ ja an. Das ist seit gestern auch raus, dass ich dabei bin. Vielleicht kennt ihr dass ja auch auf VOX? Und das wird aufgezeichnet nach der Tour. Dann bin ich da noch eingespannt und im Sommer wieder unterwegs.

 

Wie ist es so erfolgreich zu sein?

 

Das ist natürlich super, wenn man das, was man am liebsten macht, als Beruf hat. Das ist nach wie vor mein Traumberuf. Das war für mich immer ein großer Wunsch, diesen Job machen zu können. Und wenn das dann funktioniert, ist es echt toll. Ich habe letztes Jahr bisher meinen größten Erfolg gehabt. Ich hatte ja mit „Nur in meinem Kopf“ schon großen Erfolg, aber jetzt mit meinem Album „Auf uns“ noch viel mehr und das ist schon ein tolles Gefühl: In Deutschland so unterwegs zu sein, in den verschiedenen Städten zu spielen, viele Konzerte geben zu können. Da kommen so viele Leute, die die Musik mögen. Es macht eine Menge Spaß und es ist das, was ich sehr gerne mache und was ich mir immer gewünscht habe. 

 

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade auf Tour sind oder Musik machen?

 

Dann treffe ich mich mit Freunden. Wir waren erst gestern hier im Kino und haben uns da “The Gambler“ angeguckt. Das war auch mein freier Tag. Wir haben ja heute Tourauftakt in Bielefeld, aber wir waren gestern schon da und dann mache ich das, was alle anderen auch so machen. Ich gehe gern laufen und mache gern Sport. Wir haben immer auf Tour eine Tischtennisplatte dabei, an der wir immer zwischendurch auch spielen. Man genießt die Zeit. Ich lese gerne und ruhe mich dann hauptsächlich auch aus, wenn ich mal Zuhause bin und Freizeit habe. 

 

Ist Ihnen schon mal was Lustiges oder Peinliches auf der Bühne passiert?

 

Tatsächlich war da was Lustiges. Wir haben immer so In-ear-Hörer, mit denen man dann den eigenen Sound hört. Und ich war auf der ersten Tour in Köln, da bin ich halt aufgetreten und habe tatsächlich vergessen, mir die Hörer einzustecken. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Ich habe eigentlich ein festes Ritual. Das ist ein fester Bestandteil, bevor man auf die Bühne geht, sich die ins Ohr zu stecken. Ich bin dann auf die Bühne und es ist mir dann erst beim ersten Singen aufgefallen, dass ich gar nichts höre! Ich habe den Song aber komplett durchgezogen und bin nach dem ersten Lied wieder von der Bühne gerannt. Das war natürlich äußerst peinlich, weil keiner natürlich wusste, was war mit dem jetzt los? Jetzt hat der ein Lied gespielt und geht wieder von der Bühne runter? Das war halt schon schon ein bisschen peinlich!

 

 

Wie verläuft ein typischer Tourtag?

 

Ein typischer Tourtag ist: Wir wachen morgens im Bus auf. Wir sind immer mit dem Nightliner unterwegs. Der steht hier auch vor der Tür. Dann stehe ich auf und gehe erstmal frühstücken. Meistens ist dann schon ein Frühstück hier aufgebaut und danach mache ich meistens Sport und gehe Laufen. Das mache ich gerne und dann spielen wir den ganzen Vormittag Tischtennis bis zum Soundcheck mittags. Der war jetzt gerade, bevor ihr gekommen seid. Ab der Zeit dann fange ich eigentlich an, mich nochmal zu konzentrieren. Ich gehe dann nochmal die Setliste durch. Also wenn ich Interviews habe, habe ich ein bisschen Freizeit zwischendurch. Aber es gibt auch andere Interviews. Manchmal fährt man vormittags nochmal zu einem Radiosender und erzählt da ein bisschen was. Manchmal sind auch Fotografen da oder eine Tageszeitung. Dann abends ist die Show. Eine Stunde vor Show ist dann Konzentration angesagt. Dann kehrt hier auch ein bisschen Ruhe ein Backstage. Und dann gehen wir auf die Bühne zusammen. 

 

Was bedeuten Ihnen Ihre Fans?

 

Ja, alles natürlich! Ohne Fans gibt es ja keine Konzerte, ohne Fans könnte ich keine CDs aufnehmen. Dann könnte ich das alles nicht machen. Das Schönste an den Fans und auch an den Konzerten ist einfach, dass ich die Fans da auch treffe. Ich bin ja nie dabei, wenn sich die Leute die CDs kaufen. Wenn sie irgendwo im Laden sind, dann stehe ich ja nie daneben. Und auf Konzerten ist das Schöne, den Fans zu begegnen und die Leute auch zu treffen, die die Musik hören und kaufen. Ich freue mich immer, vor allem wenn es dazu kommt, den ein oder anderen nochmal zu treffen nach der Show. Dann erzählen sie oft, was die Musik für sie bedeutet, was sie erlebt haben. Da gibt es Hochzeiten, wo zur Trauung „Auf uns“ gespielt wurde oder Leute, die eine schwere Zeit hatten und meine Musik hat ihnen viel Kraft gegeben.

 

Was würden Sie den Schülern unserer Schule mit auf den Weg geben?

 

Was würde ich ihnen mitgeben? Also, dass sie ganz viel Spaß an der Schule haben sollen. Dass Lernen tatsächlich was im Leben ist, das niemals aufhört, weil das Leben aus Veränderungen besteht. Man verändert sich selbst. Man hört nie auf zu lernen. Das ist ein wirklich fortlaufender Prozess, eine Bewegung, die sich durch das ganze Leben durchzieht. Es ist nicht so, dass wenn man aus der Schule kommt, das Lernen vorbei ist, sondern dann geht es erst richtig los! Dann fängt man auch erst richtig an mit dem Leben zu lernen. Was ich den Schülern so mitgeben könnte, ist keine Angst zu haben, sondern im Gegenteil, sich darauf zu freuen, was auf einen zukommt, wenn man aus der Schule rausgeht. Bei mir war es so, dass ich wusste, ich will Musiker werden. Das war etwas, was in mir gebrannt hat. Mir war aber auch klar, dass es dafür keinen Ausbildungszweig gab. Es war schon etwas, das ein hohes Risiko hat. Also was ich euch nur sagen kann: Seid mutig und hört nie auf zu lernen! Seid wachsam! Die Beobachtung ist ganz wichtig, neugierig zu bleiben, zu beobachten, Sachen bewusst wahrzunehmen und keine Angst zu haben. 

 

Sie haben 2011 auf dem 33. evangelischen Kirchentag gesungen. Gehören Sie einer Religion an?

 

Eigentlich nicht. Ich bin zwar katholisch erzogen und bin getauft, ich war Messdiener und wurde gefirmt und alles, aber ich bin jetzt nicht mehr in der katholischen Kirche. Ich habe meine ganz eigene spirituelle Glaubenshaltung für mich entwickelt, die für mich sinngebend ist und an die ich mich halte. 

 

Sie waren mit verschiedenen Sängern und Bands auf der Bühne und mit wem sind Sie am liebsten aufgetreten?

 

Es gab einige tolle Auftritte! Philip Poisel ist ein sehr guter Freund von mir und ein guter Bekannter und ich habe mit ihm zum Beispiel „Eisberg“ gespielt. Das war auf der 1Live-Krone vor 3 Jahren, wenn mich nicht alles täuscht. Das war ein wunderbarer Auftritt! Ich war mit Unheilig auf Tour. Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Das Schöne ist ja auch, mit Kollegen zu arbeiten, die andere Musik machen, als man selbst. Dann ist man immer auch ein bisschen Gast in deren Musik. Und das habe ich immer sehr genossen. Das ist etwas Besonderes, wenn man mit Freunden auf der Bühne ist. Elif zum Beispiel ist eine Künstlerin, die auch Musik macht. Die hat mich in Hamburg begleitet bei der MTV Live Session. Da hat sie mit mir „Ultraleicht“ gesungen – müsst ihr euch mal anhören! Sie macht ganz tolle Musik. Das ist natürlich das Schönste, wenn man einen Kollegen hat, mit dem man befreundet ist und auf der Bühne stehen kann.

 

Sie haben den deutschen WM-Song gesungen. Wurde dies in Auftrag gegeben oder sind Sie darauf gekommen?

 

Tatsächlich ist es weder in Auftrag gegeben worden, noch bin ich selber darauf gekommen, den WM-Song zu schreiben, sondern ich habe die Nummer 2013 geschrieben und das war noch ein Jahr, bevor die WM überhaupt anfing. Und die Nummer ist nach wie vor ein Song, den ich für meine Freunde geschrieben habe! Ich habe mir vorgestellt beim Schreiben: Wie wäre es denn, wenn die besten 20, 30 Leute da wären, wenn wir einen schönen Abend hätten und ich sitze mit allen an einem großen Tisch, ich stehe auf und will denen etwas erzählen: Was will man seinen Freunden sagen? Was will man seinen besten Freunden sagen, wenn man miteinander anstoßen möchte? Und so ist der Text von „Auf uns“ entstanden. Der Rest hat sich ergeben, dass unsere Mannschaft gewonnen hat und zufällig genau in diesem Jahr – ich hatte einfach Glück, mit dem richtigen Song zur richtigen Zeit da zu sein – das war einfach Glück!

 

 

Kommentare   

+1 #2 Nicole Erbes 2015-02-11 09:44
Tolles Interview :-)
+2 #1 Rebecca Wibbeke 2015-02-10 16:06
Ist ja der Hammer ich hoffe ihr macht noch öfter so was. Ich freue mich schon wenn es so weit ist.

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